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ELFE II - Auswertung:


ELFE II bietet die Möglichkeit, auch solche Testergebnisse, die nicht mit der Computer-, sondern mit der Papierform gewonnen wurden, in die Software einzuspeisen und automatisiert auswerten zu lassen. Die Auswertung kann damit nicht nur schneller und weniger fehleranfällig durchgeführt werden, sondern bietet auch zusätzliche Optionen. Für alle Personen, die nicht per Software auswerten wollen, geht dies selbstverständlich auch nach wie vor von Hand.


Untertests

Da in ELFE II ausschließlich geschlossene Antwortformate vorkommen, können alle Aufgaben eindeutig bewertet werden. Für jede richtig gelöste Aufgabe erhält die Testperson einen Punkt. Die Rohpunktzahl jedes Untertests entspricht also der Anzahl der richtig gelösten Aufgaben eines Untertests. Um aus diesen Rohwerten die Leseleistung ableiten zu können, müssen die Rohwerte in Normwerte umgewandelt werden. Hierfür stehen im Computerprogramm monatsgenaue Normen zur Verfügung. Im Manual sind Normtabellen abgedruckt, die bis einschließlich der 4. Jahrgangsstufe jeweils zwei Schulmonate, ab der 5. Jahrgangsstufe jeweils 3 Monate umfassen. Der Test kann also problemlos zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Jahres durchgeführt werden.
Auswertung Untertests(Die oben stehende sowie alle weiteren Abbildungen auf dieser Seite sind dem ELFE II-Auswertungsbogen entnommen. Bei der Auswertung mit dem Computerprogramm wird ein äquivalent aufgebauter Auswertungsbogen vom Programm erzeugt.)

Zusätzlich zu der Anzahl an richtig gelösten Aufgaben können in ELFE II auch die insgesamt bearbeiteten Aufgaben analysiert werden. Daraus lassen sich Normwerte für die Lesegeschwindigkeit ermitteln. Die Lesegeschwindigkeit alleine lässt allerdings keinen Rückschluss auf die Leseleistung zu, da Fehler hier unberücksichtigt bleiben. Der Vergleich mit den Normwerten für die richtig gelösten Aufgaben ermöglicht jedoch Rückschlüsse darauf, ob ein Kind besonders genau oder besonders ungenau gearbeitet hat. Dies wird in der optionalen "Analyse des Arbeitsstils" gemacht.


Gesamtergebnis

Auswertung Gesamtergebnis Zur Ermittlung der Gesamtleistung im Leseverständnis werden die T-Werte von Wort-, Satz- und Textverständnis zunächst aufsummiert. Zur dieser Summe wird anschließend wiederum ein Normwert nachgeschlagen. Die Genauigkeit des Messergebnisses lässt sich mit Hilfe des in den Normtabellen angegebenen Konfidenzintervalls ermitteln. Das Konfidenzintervalls gibt an, innerhalb welcher Grenzen der wahre Wert des Kindes mit 95%iger (bzw. 90 %iger) Wahrscheinlichkeit liegt.


Diskrepanzvergleiche Untertests

Diskrepanzvergleiche UntertestsDie Untertestergebnisse von ELFE II weichen in der Regel nicht stark voneinander ab. In den allermeisten Fällen genügt es deshalb, bei der Interpretation der Ergebnisse nur das Gesamtergebnis zu betrachten, da dieses einen Wert von hoher Reliabilität und Validität darstellt. Allerdings gibt es Fälle, in denen die Untertestergebnisse erwartungswidrig stark voneinander abweichen. Solche Fälle können auf der einen Seite Hinweise darauf liefern, dass einer der Untertests nicht richtig durchgeführt wurde (z. B. wegen Motivationsverlust während der Testung oder wegen falsch verstandener Instruktion). Auf der anderen Seite gibt es auch Kinder, die tatsächlich signifikant unterschiedliche Leistungen in den einzelnen Untertests erbringen. Ein Grund hierfür kann beispielsweise darin liegen, dass zwar das Lesen auf Wortebene bereits gut funktioniert, die Anforderungen auf der Textebene allerdings vom Kind (noch) nicht bewältigt werden können. Die Diskrepanzvergleiche zwischen den Untertests zielen darauf ab, auffällige Leistungsunterschiede zwischen Untertests statistisch abgesichert zu identifizieren.


Analyse des Arbeitsstils

Analyse ArbeitsstilBei der Analyse des Arbeitsstils wird geprüft, ob ein Kind in einem Untertest wesentlich mehr oder weniger Aufgaben bearbeitet hat, als aufgrund der richtig gelösten Aufgaben zu erwarten gewesen wäre, also ob das Kind im Vergleich zu anderen Kindern mit der gleichen Leseleistung besonders viele (bzw. besonders wenige) Fehler gemacht hat. Die auffälligsten 5 % werden als besonders ungenauer (bzw. besonders genauer) Arbeitsstil markiert. Vor allem ein besonders ungenauer Arbeitsstil muss bei der Diagnose beachtet werden, da hierdurch die Zuverlässigkeit des Ergebnisses beeinträchtigt wird. Die Ursache für extrem hohe Fehlerraten kann nämlich darin liegen, dass ein Kind bei der Testung überfordert ist oder die Motivation verloren hat und deshalb Antwortalternativen einfach wahllos ankreuzt oder anklickt. Beim Textverständnistest tritt dieser Effekt am deutlichsten zutage. Es gibt deshalb für die Klassenstufen 1 bis 3 die Möglichkeit, den Textverständnisteil bei der Auswertung unberücksichtigt zu lassen und das Gesamtergebnis nur aus Wort- und Satzverständnistest zu errechnen.


Zusätzliche Optionen

Das Computerprogramm wertet die Ergebnisse automatisch aus und spart damit nicht nur Zeit, sondern reduziert auch Fehler. Im Vergleich zur Papierversion liefert es außerdem monatsgenaue Normen und klassenstufenspezifische Konfidenzintervalle. Darüber hinaus lässt sich mit Hilfe des Computerprogramms auch ein Elternbrief ausdrucken, der dazu dient, die Ergebnisse in möglichst kurzer und verständlicher Form an die Eltern zu kommunizieren. Dieser Brief ist außer in deutscher auch noch in englischer, türkischer, russischer und arabischer Sprache verfügbar. Wenn der Test am Computer durchgeführt wurde, können außerdem zusätzlich für alle Aufgaben die ausgewählten Antwortalternativen sowie die Bearbeitungszeiten ausgegeben werden.



Untertests
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