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Wechsler Intelligence Scale for Children - Version V

Deutsche Adaption

WISC-V

Die Wechsler Intelligence Scale for Children - Version V (WISC-V, deutsche Version aus dem Amerikanischen adaptiert von M. Daseking, F. Pauls, L. C. Vannier, N. Rotacker und B. Roth) stellt ein umfassendes Einzeltestverfahren zur Beurteilung der kognitiven Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6;0 bis 16;11 Jahren dar. Es handelt sich dabei um die neueste Version eines der weltweit bedeutendsten Intelligenztests. Die WISC-V basiert auf dem Intelligenzmodell von Carrol, Horn und Cattell (CHC-Modell) und enthält 15 verschiedene Untertests. Diese Tests lassen sich zu einem Gesamt-IQ, fünf primären Indexwerten und fünf sekundären Indexwerten zusammenfassen, wie in der folgenden Abbildung veranschaulicht ist.



Die Untertests, die mit einem (x) markiert sind, können als Ersatztests für die Berechnung des Gesamt-IQ verwendet werden, falls einer der sieben dafür primär vorgesehenen Untertests ungültig ist oder nicht durchgeführt werden kann.


Unterschiede zu WISC-IV

Bei der WISC-V handelt es sich nicht lediglich um eine Neunormierung, sondern um eine grundlegende Testrevision. Am auffälligsten ist dabei sicher der Unterschied in der Struktur der Indexwerte. Der Index "Wahrnehmungsgebundenes logisches Denken" wurde aufgespalten in die beiden Indizes "Visuell-Räumliche Verarbeitung" und "Fluides Schlussfolgern". Das Intelligenzmodell der WISC-V nähert sich damit noch besser dem CHC-Modell an und trägt aktuellen Entwicklungen aus dem Bereich der Intelligenzforschung Rechnung. Mit Hilfe der zusätzlich eingeführten sekundären Indexwerte lassen sich zum einen kognitive Faktoren bestimmen, die für die Schulleistung besondere Bedeutung haben, nämlich das quantitative Schlussfolgern und das auditive Arbeitsgedächtnis. Zum anderen stehen breitere Faktoren zur Verfügung, die z. B. zum Einsatz kommen können, wenn bestimmte Bereiche des intellektuellen Potenzials nicht valide erfassbar sind (z. B. weil die Testsprache Deutsch nicht gut beherrscht wird).

Auch die Testdurchführung und -auswertung wurde überarbeitet und vereinfacht. Viele der komplexen Ersetzungsregeln des WISC-IV wurden entfernt. So entfällt beispielsweise auch die Unterscheidung in Kerntests und optionale Tests. Der Gesamt-IQ wird nicht mehr durch die Aufsummierung der Wertpunktsummen aller primären Indexwerte berechnet, sondern direkt auf der Basis von 7 Untertests ermittelt. Damit steht ein Gesamtmaß der allgemeinen Intelligenz zur Verfügung, welches über sehr gute Reliabilität und Validität verfügt, sich aber gleichzeitig auch sehr zeitökonomisch ermitteln lässt.

Die Untertests wurden durch drei komplett neue Skalen ergänzt, nämlich Formenwaage, Visuelle Puzzles und Bilderfolgen. Die aus der letzten Fassung des Verfahrens übernommenen Untertests wurden zusätzlich mit neuen Aufgaben ausgestattet, sodass noch weniger Boden- und Deckeneffekte auftreten und die exekutiven Funktionen des auditiven Arbeitsgedächtnisses noch detailierter überprüft werden können.

Vor allem für die differenzierte Bewertung inhomogener Testprofile und die fundierte Ableitung von Fördermaßnahmen bietet die WISC-V erweiterte Analysen zu Stärken und Schwächen sowie Untertest- und Skalendiskrepanzen. Diese Analysen stehen nicht mehr nur für die primären, sondern auch für die sekundären Indexwerte zur Verfügung. Hierdurch steigt insgesamt die Anzahl an Auswertungsschritten deutlich an, sodass die Verwendung einer Testauswertungssoftware erheblich zur Beschleunigung der Auswertung und zur Reduktion von Auswertungsfehlern beiträgt.


Auswertungsprogramm

Die von unserer Firma im Auftrag von Pearson erstellte Auswertungssoftware ökonomisiert die Auswertung der Wechsler Intelligence Scale for Children - Version V und schützt Sie vor Auswertungsfehlern und damit auch vor Fehlinterpretationen der Testergebnisse. Das Programm berechnet aus den Rohwerten des Kindes automatisch alle Kennwerte, die auch auf dem Papierbogen berechnet werden können. Neben den Wertpunkten der Untertests, den primären und sekundären Indexwerten sowie dem Gesamt-IQ können auch Stärken und Schwächen ermittelt und primäre und sekundäre Diskrepanzvergleiche durchgeführt werden. Die Prozessanalyse ermöglicht außerdem einen Vergleich verschiedener Leistungen innerhalb der Untertests des auditiven Arbeitsgedächtnisses sowie des Mosaik- und Durchstreich-Tests. Zusätzlich enthält das Auswertungsprogramm einen schriftlichen Report, der die Ergebnisse im Gesamt-IQ und in den primären Indexwerten in kurzen Worten zusammenfasst. In unserem Beispielreport können Sie sich einen Überblick über die einzelnen Auswertungsmöglichkeiten verschaffen.

Das WISC-V-Auswertungsprogramm (Bestellnummer 3695.13) sowie das Testverfahren selbst (WISC-V, Bestellnummer 3695.00) werden von der Pearson Deutschland GmbH vertrieben. Beide Produkte können dort direkt bestellt werden.



Bildergalerie

(Zum Vergrößern bitte anklicken)



Programmeigenschaften

Das Auswertungsprogramm verfügt über die folgenden Eigenschaften und Funktionen:



Systemvoraussetzungen

Zum Betrieb der Auswertungssoftware wird folgende Systemkonfiguration empfohlen:


Häufige Fragen (FAQ)

  1. "Ein Kind schneidet beim Gesamt-IQ schlechter ab als in jedem einzelnen Indexwert." oder "Ein Kind hat in jeder Skala sehr hohe Ergebnisse erzielt. Der Gesamt-IQ ist aber höher als der Durchschnitt der Indexwerte oder sogar höher als jeder einzelne Indexwert. Ist das wirklich korrekt?"

    Ja, dieses Ergebnis ist absolut korrekt und nicht nur im WISC-V, sondern auch in jedem normierten Testverfahren zu finden, bei dem ein Gesamtergebnis aus einzelnen Subtests oder Skalen gebildet wird. Der Grund hierfür liegt in der Statistik: Gemischte Profile treten häufig auf, sodass sich große Unterschiede zwischen den Skalen herausmitteln. Durchgehend niedrige oder durchgehend hohe Ergebnisse sind dagegen extrem selten, sodass sich hier die "Extremität" der Ergebnisse in den einzelnen Skalen gegenseitig verstärkt und das Gesamtergebnis noch unwahrscheinlicher wird als die einzelnen Teilergebnisse. Als Hintergrund ein kleiner mathematischer Exkurs:
    Machen wir ein kleines Experiment. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Test mit zwei Skalen, die voneinander unabhängig sind. In jeder Skala können ein bis sechs Punkte erzielt werden. Wir simulieren das Ergebnis mit zwei Würfeln. Dabei sind folgende Aspekte zu beachten:
    1. Bei einem Würfelwurf hat jede Punktzahl die gleiche Wahrscheinlichkeit.
    2. Es können ein bis sechs Punkte erzielt werden. Ein Ergebnis von nur einem Punkt wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 : 6 erzielt und entspricht damit einem Prozentrang von 16,66.
    3. Das Ergebnis des einen Würfels beeinflusst das Ergebnis des anderen Würfels nicht, die Ergebnisse sind also unabhängig.
    Wirft man beide Würfel zusammen, dann sind Punktsummen zwischen 2 und 12 möglich. Nicht jede dieser Punktsummen hat allerdings die gleiche statistische Wahrscheinlichkeit, da z. B. eine Punktsumme von 7 auf viele verschiedene Arten gewürfelt werden kann, eine Punktsumme von 2 allerdings nur auf eine Art, nämlich durch das Würfeln zweier "Einser". Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Wurfes beträgt 1 : (6 * 6). Das entspricht einem Prozentrang von 2,78. Die Wahrscheinlichkeit, mit zwei Würfeln simultan eine Eins zu würfeln liegt also wesentlich niedriger, als die Wahrscheinlichkeit mit einem einzelnen Würfel eine Eins zu werfen. Auf einen psychometrischen Test übertragen heißt das, die Wahrscheinlichkeit, in zwei oder mehreren (teilweise voneinander unabhängigen) Skalen gleichzeitig schlecht abzuschneiden, liegt niedriger, als die Wahrscheinlichkeit, in jeder einzelnen Skalen schlecht abzuschneiden.


  2. "In einem anderen Intelligenztest wurde bei einem Kind eine Hochbegabung festgestellt. Mit dem WISC-V liegen die Ergebnisse niedriger. Welches Ergebnis stimmt?"

    Die WISC-V unterscheidet sich hinsichtlich des Aufbaus und der Normen von anderen Verfahren. Sie erfasst beispielsweise sehr viele verschiedene Aspekte der intellektuellen Leistungsfähigkeit eines Kindes und differenziert sehr gut im oberen Leistungsbereich. Zusätzlich muss auch noch beachtet werden, dass jedes Verfahren mit einem gewissen Grad an Messunsicherheit verknüpft ist, die ihrerseits wiederum vom Verfahren selber, aber auch von der Erfahrung des Testleiters und der Tagesform der Testperson abhängt. Welches der Ergebnisse die wahre Leistung eines Kindes besser widerspiegelt kann deshalb per se nicht gesagt werden. Allerdings stellt die WISC aufgrund ihrer hervorragenden Testgütekriterien national und international eines der besten und anerkanntesten Verfahren zur Beurteilung der kognitiven Leistungsfähigkeit eines Kindes dar.


  3. "Wie viele Auswertungen kann ich mit dem Auswertungsprogramm machen?" oder "Ist die Anzahl der Auswertungen beschränkt?"

    Die Anzahl der Auswertungen ist nicht beschränkt. Sie können beliebig viele Auswertungen durchführen. Wenn Sie sehr viele Daten eingeben, ist es aber auf jeden Fall empfehlenswert, von Zeit zu Zeit die Daten extern zu sichern.